Stefan Guggisberg
Untitled (Sunlight), 2024
Erde, Blätter, Blumen und einzelne Blütenblätter, an denen immer noch der Morgentau haftet. Naturgetreu und detailreich setzt Stefan Guggisberg diesen Naturausschnitt in seinem monochromen Werk mit dem Titel Untitled (sunlight) um. Ausgehend von der Beobachtung einer einfachen, groben Struktur auf der leeren Leinwand, ohne vorbereitende Skizzen, entwickelt der Künstler seine Kompositionen, geleitet von Fragen: Wie entstehen die Dinge? Was ist deren Materie? Und was ist das Lebendige daran? In einem langen und andauernden Schaffensprozess überlagert Guggisberg Schichten um Schichten von Ölfarbe und schafft eine Welt voller Details, die jedoch nicht auf den ersten Blick zu erkennen sind. Die einzelnen Formen erschliessen sich durch die genaue Beobachtung. Guggisberg arbeitet sowohl mit kleinen als auch sehr grossen Formaten, und die Sorgfalt und Technik, die er anwendet, kann in allen Grössen vollständig wahrgenommen werden. Die Annäherung an seine Werke ist eine sinnliche Erfahrung, die den Betrachtenden Konzentration abverlangt. Sie gibt Ruhe und ermöglicht Momente des Nachdenkens über unsere zerbrechliche und sich ständig verändernde Welt. Die Malerei wird nach der Ausstellung Cantonale Berne Jura 2024 für die Sammlung des Kunstmuseum Thun angekauft.
Chiara Ottavi
Leichte Sprache
Das Bild ist kein Foto.
Es sieht wie echte Natur aus, oder?
Doch es ist mit Öl-Farbe gemalt.
Die Formen entstehen erst beim Malen.
Der Künstler arbeitet Schicht um Schicht.
Immer mehr Details.
Manches scheint hervor-zu-ragen.
Wir glauben Manches zu erkennen.
Blumen.
Blüten-Blätter.
Etwas blubbert oder schimmert.
Vielleicht Erde.
Sonnen-Licht erzeugt Hell und Dunkel.
Manches verschwimmt zu Fantasie.
Alles könnte sich auch gleich wieder verändern.
Sara Smidt