Rolf Wenger
STILLER GARTEN 1-4, 2024
Vor einem dunklen Hintergrund tanzen unzählige Blütenköpfe in ihren einzelnen Bestandteilen: Kron- und Kelchblätter, Griffel und Staubfäden. Als würden sie von einem Luftzug erfasst, schweben sie als Komposition im nicht fassbaren Raum und erhalten dadurch eine unendliche Leichtigkeit. Rolf Wengers Fotografien sind Teil der 2024 entstandenen Serie «STILLER GARTEN». Doch die Grundlage dieser Arbeiten begann schon vor zehn Jahren: Damals setzte Wenger seinen alten Garten wieder in Stand. Im Zuge dessen machte Wenger rund hundert Fotografien, welche die Natur und ihren Wandel im Laufe der Zeit thematisieren. Anschliessend komponiert er mit digitaler Hilfe die fotografierten Motive neu, stellt sie nebeneinander und überlagert sie. Fast wie in der barocken Malerei platziert Wenger die Elemente, gekonnt ins Licht gesetzt, vor einen schwarzen Hintergrund und hebt so deren Formen und Farben hervor. In dieser theatralischen Inszenierung gibt der Fotograf den welkenden Blüten ein zweites Leben und öffnet dadurch den Raum, um achtsam über die Vergänglichkeit, über das Hier und Jetzt und über die lebenswichtige Notwendigkeit der Poesie zu sinnieren. Die Fotografie wird Ende 2024 anlässlich der Ausstellung Cantonale Berne Jura im Museum Franz Gertsch ausgestellt und dort für die Thuner Museumssammlung erworben.
Chiara Ottavi
Leichte Sprache
Blüten-Blätter schweben durch den Raum.
Nie können wir sie so in der Natur sehen.
Die Fotos gehören zu einer Serie.
Es sind mehrere Bilder.
Der Titel: Stiller Garten.
Die Bilder entstehen in mehreren Etappen.
Das geht so:
Der Künstler arbeitete in einem alten Garten.
Dort machte er rund 100 Fotos.
Nun nimmt er einzelne Motive aus den Fotos.
Mit dem Computer.
Er wählt einen schwarzen Hinter-Grund.
Einzelne Blüten fügt er neu zusammen.
Die Fotos entstehen neu.
Eine Theater-Aufführung der Blüten!
Es geht es um den Moment.
Doch manche Blüten sind welk.
Es geht auch um das Vergehen.
Sara Smidt