Hans Gerber
Selbstbildnis, 1950
Zeit seines künstlerischen Schaffens widmet sich Hans Gerber immer wieder der Porträtzeichnung mit Bleistift, so auch beim «Selbstbildnis» von 1950. Es entsteht zu einer Zeit, als der Künstler von Zürich nach Buchillon am Genfersee übersiedelt, vor allem, um konzentrierter arbeiten zu können. Dies mag sich auch im frontalen, eher ernsten Gesichtsausdruck des Porträts widerspiegeln, wobei Gerber aus wenigen Linien und ohne eigentliche Schattierungen ein feines und gleichzeitig markantes Bildnis seiner selbst schafft. Als solches erinnert es an bekannte Selbstporträts in der Kunst, worauf Gerber sich möglicherweise bewusst bezieht: auf das «Selbstbildnis mit Skelettarm» von Edward Munch oder das «Selbstbildnis im Pelzrock» von Albrecht Dürer beispielsweise. Zwischen den Bildern gibt es zwar grössere Unterschiede, doch eint sie der direkte, aber nicht aufdringliche Blick: nach aussen, auf die Betrachtenden, sowie nach innen, zu sich selbst und damit auch auf verschiedene Zugänge zur Bild- und Selbstreflexion.
Marc Munter
Leichte Sprache
Hans Gerber zeichnete während seines ganzen Lebens immer wieder Porträts mit Bleistift.
Ein Beispiel ist das «Selbstbildnis» von 1950.
In dieser Zeit zog Gerber von Zürich nach Buchillon am Genfersee.
Dort wollte er in Ruhe arbeiten können.
Das Selbstbildnis wirkt ernst und ruhig.
Gerber schaut direkt nach vorne.
Mit nur wenigen Linien zeichnet er sein Gesicht.
Er verwendet fast keine Schatten.
Gerber schaut die Betrachtenden direkt an.
Gleichzeitig scheint er auch über sich selbst nachzudenken.
Anja Seiler