Fritz Pauli
Selbstbildnis, 1913
Entsetzt und mit weit aufgerissenen Augen blickt uns ein junger Mann an. Seine erstarrte Mimik zeigt Angst, wirkt aber zugleich auch provokativ. Das Gesicht ist von der geraden Nase, den vollen Lippen und dem feinen Bart geprägt und leuchtet regelrecht aus der Dunkelheit hervor. In seinen zur Brust erhobenen Händen hält der Mann zwei Büchsen. Beide sind geöffnet. Während aus der einen ein mit zerrissenem Tuch umhülltes Skelett emporsteigt, offenbart die andere einen stolzen, Adonis ähnlichen Mann mit Krone und Spiegel, der die Gesichtszüge von Pauli trägt. In jenem spiegelt sich wiederum der Totenkopf des Skeletts. Das Selbstporträt zeigt Fritz Pauli im Alter von 22 Jahren und gibt nicht nur ein Abbild seines Äusseren wieder, sondern liefert auch einen Einblick in seinen inneren Zustand. Durch die starken Kontraste von Licht und Schatten erschafft Pauli eine dramatische und introspektive Stimmung. Die beiden Figuren neben dem Künstler könnten als Symbole für Paulis Kämpfe um den kreativen Schaffensprozess gedeutet werden.
In Paulis Oeuvre ist sein Antlitz immer wieder Gegenstand seiner Kunst. Das erste kreiert er als 18-Jähriger im September 1909. Später porträtiert er sich mit seiner ersten Frau Jenny Bruppacher oder als Vater mit seinen Kindern.
Anja Seiler
Leichte Sprache
Ein junger Mann starrt uns mit grossen Augen an.
Es ist der Künstler.
Er ist 22 Jahre alt.
Seine Hände tragen je eine Büchse.
Daraus winden sich 2 Figuren.
Rechts ist es ein junger Mann mit Muskeln.
Das Gesicht sieht aus wie der Künstler.
Er trägt eine Krone
und einen Spiegel.
Darin spiegelt sich die andere Figur.
Es ist ein Skelett.
Der Tod.
Das Selbst-Porträt zeigt einen inneren Kampf des Künstlers.
Welche Kraft ist stärker?
Der Tod oder das pralle Leben?
Alles bleibt in Schwarz und Weiss.
Sara Smidt