Werner Otto Leuenberger
Rocksängerin N.H., 1982
Viermal erfasst uns der Blick der immer gleichen Frau – mal energetisch, mal wild, mal expressiv, mal tiefgründig. Es ist der Blick der deutschen Rockmusikerin Nina Hagen. In den 1980er-Jahren tritt sie, damals Mitte zwanzig, mit grellem Make-up, knallroten Haaren und eigenwilligen Outfits in aussergewöhnlichen Musik-Performances auf. Auch in der Schweiz gibt sie Konzerte, 1979 in Zürich, 1980 in Winterthur und Lausanne. Wie der Berner Maler Otto Leuenberger auf Hagen aufmerksam wird, ist nicht bekannt. Irgendwo wird er dem Porträt der Sängerin begegnet sein, ob in der Zeitung, im Fernsehen oder gar auf einem Konzert? In seinem aus vier Leinwänden bestehenden Gemälde nimmt er das ausdrucksstarke Gesicht in den Fokus. Die Aufteilung erinnert an Passfotos. Nicht nur die Vierteiligkeit unterstreicht dies, sondern auch, dass alle Porträts ein wenig anders sind. Die wilde Mimik der Sängerin wird durch den breiten Pinselstrich Leuenbergers getragen und kombiniert mit der Bildkomposition wird er so der pulsierenden Schrägheit von Nina Hagen erst gerecht. In seinem Werk sucht und findet der Maler seine Bilder nicht durch langes Planen und feines Ausarbeiten, sondern im Malen selbst.
Anja Seiler
Leichte Sprache
4 Mal lacht die Frau.
4 Mal wie bei Fotos aus dem Automat.
Viel Rot und dunkel-blaue Augen.
Doch:
Jedes Bild ist ein bisschen anders.
Ein lila Schatten rechts
Eine hell-blaue Kleidung.
Eine grüne Backe.
Die Frau ist Rock-Sängerin.
Sie heisst Nina Hagen.
Sie war in den 1980er-Jahren bekannt
in Deutschland.
Das viele Rot wirkt voll Energie.
Ihr Strahlen passt zur Bühne.
Manch-mal färbt sie ihre Haare wirklich Rot.
Hat der Künstler sie an einem Konzert gesehen?
Sara Smidt