Philipp Schaerer
Projection, View No. 7, 2022
Farben in unzähligen Grüntönen flirren über die Bildfläche und zersplittern sie. Sind es Gräser, Bäume oder Büsche, die die stark verpixelte Fotografie andeutet? In seiner Serie «Projection» thematisiert Philipp Schaerer die Vegetation. Jedoch geht es nicht um eine tatsächliche Pixelstruktur, sondern vielmehr experimentiert er mit der visuellen Darstellung an der Schnittstelle zwischen Fotografie und gerendertem 3D-Bild. Seine Fotografien sind nicht verpixelt, sondern in eine digitale 3D-Umgebung zerlegt. Einzelne Elemente werden in Lichttexturen umgewandelt und in einem Raster aus zehntausenden quadratischen, spiegelnden Oberflächen dargestellt – ähnlich einem kaleidoskopischen Gebilde. Mit dieser Arbeit hinterfragt Schaerer, inwiefern digitale Bildbearbeitung eine atmosphärische Darstellung erzeugen kann. Dabei geht es nicht um die reine fotografische Repräsentation, sondern um die Schaffung einer eigenständigen Bildwelt mit malerischer Haptik. Das Werk wurde 2023 aus der Cantonale Berne Jura für die Sammlung des Kunstmuseums Thun angekauft.
Anja Seiler
Leichte Sprache
Von Weitem könnte es ein gemaltes Bild sein
mit vielen kleinen Pinsel-Strichen.
Doch das Bild ist ein Druck auf Foto-Papier.
Der Künstler fotografiert zuerst.
Dann bearbeitet er das Bild am Computer.
Er berechnet künstliche Formen.
Aus der Nähe sehen wir sehr viele Quadrate
in Grün-Tönen.
Natur.
Vielleicht Gräser oder Büsche?
Das Bild wirkt bewegt.
Der Künstler macht viele solche Bilder.
Eine Serie.
Er fragt:
Wieviel Stimmung lässt sich künstlich erzeugen?
Übersetzung Sara Smidt