Bernhard Luginbühl
Plan für «Osaka Punch», 9.1969/10.1969
Mit unzähligen feinen Strichen erstellt Bernhard Luginbühl einen Plan für seine Plastik: Es ist eine detaillierte Übersicht für das Werk «Osaka Punch». Bei der langgezogenen Figur ist im hinteren Bereich eine kleine Flügelmutter erkennbar, ein Element, das bei Luginbühl immer wieder auftaucht. Doch ein Blick auf die Masse zeigt auf, dass die Grösse überdimensional geplant ist. Auf dem oberen Teil des Trägers steht in japanischen Schriftzeichen folgender Satz: Es hat keinen Sinn mit Kanonen auf Spatzen zu schiessen. Der Plan zeigt, wie Luginbühl eine zweidimensionale Skizze für sein bildhauerisches Denken einsetzt. Der Künstler erstellt die Plastik anlässlich des International Sculptor Symposium in Osaka als Beitrag für den Schweizer Pavillon an der Weltausstellung EXPO ’70, die von März bis September in Suita, einem Vorort von Osaka, stattfindet. Gebaut wird die Grossplastik 1969 in der Fabrik der Osaka Goto Tanko, Steel and Iron Co. Japan. Die sechs Meter hohe und fünfzehn Meter lange ziegelrot angemalte Plastik steht heute im Utsuku shi-ga-hara Open Air Museum in der Nähe von Nagano, einer Stadt westlich von Tokio. Das Werk wird 1985 anlässlich der Ausstellung Luginbühls im Kunstmuseum Thun angekauft.
Anja Seiler
Leichte Sprache
Diese Zeichnung ist der Beginn für eine riesige Skulptur.
Die Skulptur steht heute in einem Park in Japan.
Die Skulptur heisst:
Pistole für Spatzen.
Dazu passt der japanische Text in der Zeichnung:
Es hat keinen Sinn
mit Kanonen auf Spatzen zu schiessen.
Ein Ding ist gut zu erkennen,
nämlich die Flügel-Mutter auf der rechten Seite.
Der Künstler verwendet sie häufig in seinen Werken.
Übersetzung Sara Smidt