Hans Gerber
Knieender mit ausgebreiteten Armen, 1951
Mit der Schwarzstiftzeichnung «Knieender mit ausgebreiteten Armen» von 1951 geht Hans Gerber seiner Suche nach einer anatomisch reduzierten und gleichzeitig kraftvoll wirkendenden Figurendarstellung nach. Er wendet sich zu dieser Zeit zusehends abstrakten, stilisierten Körperdarstellungen zu. Auf der Zeichnung sind Körper und Körperhaltung deutlich geformt und lassen an eine Übung zur Dehnung der Muskulatur denken. Es ist keine Person dargestellt, vielmehr eine Pose und deren Körperspannung. So scheint es, dass Gerber die Figur eher nach einer Gliederpuppe als nach einem Modell zeichnet. Durch die parallele Bein- und Schulterpartie wird die Diagonale betont und die Dynamik erhöht: die kraftvolle Wirkung, welche von der angespannten und gleichzeitig ruhenden Figur ausgeht. Diese Kraft im Stillen, Subtilen, zeichnet Gerbers Werke besonders aus.
Marc Munter
Leichte Sprache
Gerber interessierte sich für den menschlichen Körper.
Er sucht nach Formen.
Es zeichnet nicht echte Körper wie wir sie sehen.
Er zeichnet vereinfachte Formen.
Hier nehmen die Arme am meisten Raum ein.
Sie sind über-lang.
Die Beine sind angewinkelt.
Die Figur kniet.
Sie führt eine Bewegung aus.
Das Bild ist voll Körper-spannung.
Sara Smidt