Hans Gerber
geisterhafte Formen, 1957
Bei der Zeichnung «Geisterhafte Formen» von Hans Gerber kommt manches zum Ausdruck, was sein Spätwerk ausmacht: In den 1950er-Jahren vollzieht er einen Wandel von der figürlichen zur gegenstandslosen Kunst, wobei weiterhin organische Strukturen, wesenhafte Figuren oder imaginäre Welten in seinen Arbeiten auftauchen. Darauf mag auch das «Geisterhafte» im Titel hindeuten, während die «Formen» eher auf die Abstraktion verweisen. Mehrere Arbeiten sind denn auch mit «Form» oder «Formenspiel» betitelt, wovon sich eine grössere Anzahl in der Sammlung des Kunstmuseums Thun befindet.
Die gewundenen und verschlungenen Formen auf der Zeichnung mögen tatsächlich schwebende Figuren darstellen, die hier wie Geister aufeinandertreffen. Wobei im Hell und Dunkel der Zeichnung buchstäblich geisterhaft bleibt, ob die einen nicht eher die Schatten der anderen sind, oder sich hier gar zu einem gespenstischen Wesen vereinen. Obwohl unvollendet – so notiert am Bildrand und die Schattierungen sind zum Teil nur angedeutet – überzeugt die Zeichnung auch als abstrakt bewegte Komposition puzzleartig ineinandergefügter «Formen».
Marc Munter
Leichte Sprache
Helle und dunkle Flächen überlagern sich.
Sie erinnern an menschliche Formen.
Aber es sind keine Figuren.
Sondern geister-hafte Formen.
So heisst der Titel.
Wie ohne Körper.
Die Formen schweben in der Luft.
Alles durchdringt einander.
Geister-haft.
Sara Smidt