Rittiner & Gomez
Folgelandschaft 2, 2024
Vor einer hellblauen Bergsilhouette hebt sich ein See ab, den eine parallel zum Horizont verlaufende Brücke überquert. Vom links ins Bild ragenden Ufer wie auch von der teilweise doppelstöckigen Brücke mit ihren senkrechten Pfeilern sind nur dunkelgraue Umrisse sichtbar. Der Himmel wird oben von einem gelben Streifen begrenzt, während ein schmalerer Streifen am rechten Bildrand die Brücke abrupt unterbricht. «Folgelandschaft 2» gehört zu einer Serie von Rittiner & Gomez, die aus bemalten Kartons konstruiert ist. Monochrome Flächen in pastellartigen Farben erinnern an Wiesen, Felder, Gebirge oder Seen. Faltungen, Risse und Überlappungen sind konstitutiv für die Reliefs und werden bewusst eingesetzt. Inspiriert von Landschaften, die durch Eingriffe wie Rodungen oder Flussbegradigungen verändert wurden, zeigt der Künstler unter dem Leitmotiv «So tun, als ob», wie sich Landschaftsvorstellungen zwischen Illusion, Fiktion und Konstruktion bewegen. Aus der Cantonale 2024 sind fünf Objekte der Serie für die Sammlung des Kunstmuseum Thun angekauft worden.
Cornelius Krell
Leichte Sprache
Es sieht aus wie ein Bild.
Doch es ist mehr.
Die Land-schaft ist aus Karton geklebt.
Hinten ein Berg und ein See.
Darüber liegt ein grau bemalter Karton.
Eine Brücke.
Oben schliesst ein gelber Streifen ab.
Rund-herum Karton-streifen.
Wie eine Bühne für die Land-schaft.
Land-schaften ändern sich ständig.
Zum Beispiel:
Ein Fluss wird be-gradigt.
Eine Brücke wird gebaut.
Ein Berg bricht ab.
Dieses Objekt folgt dem Gedanken der Veränderung:
So tun, als ob.
Als ob die Brücke gebaut wäre.
Es gibt viele solche Objekte
von Land-schaften.
Es ist eine Serie.
Das Kunst-Museum Thun hat 5 Objekte davon.
Übersetzung Sara Smidt