Bettina Grossenbacher
Embraced by the monsoon, 2015
Es ist ein stiller Tag. Vor einer kleinen Insel liegen Boote in der Bucht, die sich wie ein natürlicher Hafen öffnet. Die Szenerie bleibt ruhig, nur gelegentlich durchquert ein kleines Motorboot das Wasser. Der Wind bewegt sanft die Bäume, bringt Blätter zum Rascheln. Am Horizont kündigt sich Regen an. Langsam nähert er sich, löscht nach und nach die Landschaft aus – die Insel, die Boote, das Meer – bis nur noch eine grau-weisse Leere bleibt. Der Film der Basler Künstlerin Bettina Grossenbacher widmet sich auf subtile Weise der Natur und ihren Phänomenen. Sie beobachtet den Monsun – einen stetigen tropischen Wind – und dokumentiert, wie sich seine Kraft leise, aber eindringlich entfaltet. Mit poetischer Bildsprache lädt die Arbeit dazu ein, Zeit mitzubringen – Zeit, um zu erkennen, wie das Wettergeschehen die Landschaft umhüllt und sie auf geheimnisvolle Weise, fast zauberhaft, für einen Moment verschwinden lässt.
Anja Seiler
Leichte Sprache
Das Video zeigt nur eine Ein-Stellung.
Wir blicken auf eine Bucht.
Kleine Boote liegen im Wasser.
Es passiert nicht viel.
Die Bäume rauschen im Wind.
Manchmal fährt ein Boot vorbei.
Der Ton nimmt uns mit ins Alltags-Leben:
Stimmen, Motor-Geräusche, regen-nasse Strassen.
Mit Geduld sehen wir nach und nach eine Veränderung.
Bucht und Boote verschwinden im Grau des Regens.
Als Ton kommt auch nur noch der Regen in unsere Ohren.
Er wird Monsun genannt.
Wir sehen Wetter
und das Vergehen der Zeit.
Geheimnis-voll.
Sara Smidt