Angela Lyn
configurations of survival I, 2024
Äste von Zedernbäumen, wie durch ein Fernglas betrachtet, hält Angela Lyn vor einem monochromen Hintergrund malerisch fest. Mehrere Zweige und Äste schieben sich waagerecht ins Bild. Ein geschwungener, dicker Ast teilt zusätzlich das Bild diagonal. Charakteristisch sind die radikale Ausschnitthaftigkeit und die Fokussierung auf die Konturen der grün-schwarzen Zweige vor einem Hintergrund mit grün-gelben Akzenten. Als Inspiration für diese präzise Verdichtungen, die räumlichen Auslassungen und das Spiel mit Hell-Dunkel gilt die ostasiatische Tuschmalerei. 1998 zieht Angela Lyn in ein Atelier in Castagnola, aus dessen Fenstern sie einen Blick auf zahlreiche Zedern hat. Seither beobachtet sie diese Bäume und ist mit ihrem Wandel vertraut. Seit 2007 haben die Zedern auch Eingang in ihr Werk gefunden. Ähnlich wie Giorgio Morandi, der seine Stillleben stets variiert und weiterentwickelt hat, sind die Zedern-Darstellungen zu einer visuellen Sprache geworden, mit der sie Spannungen, Dynamiken oder Stabilität ausdrücken kann. Das Gemälde «Configurations of survival I» wird 2024 vom Förderverein aus Lyns Einzelausstellung im Kunstmuseum Thun angekauft.
Cornelius Krell
Leichte Sprache
Die Künstlerin blickt aus ihrem Fenster im Tessin.
Sie sieht eine Zeder.
Immer wieder malt sie den Baum.
Immer andere Ausschnitte.
Andere Zeiten.
Hier ragt ein dicker Ast quer über das Bild.
Feine Äste und Nadeln dahinter.
Zartes grün-gelb im Hinter-grund.
Spannungs-reich.
Ruhig.
Poetisch.
Die Künstlerin kennt die ost-asiatische Malerei mit Tusche gut
In schwarz-weiss.
Das inspiriert sie.
Sara Smidt