Hans Gerber
Collage 77/M 368, 11.5.1977
Aus der letzten Schaffenszeit im Nachlass von Hans Gerber stammt seine «Collage 77 / M 368». Wiederum fügt Gerber Ausschnitte von verschiedenen Zeitschriften, die zum Teil Textfragmente und gegenständliche Motive enthalten, zusammen. So ist in der Bildmitte das Fragment einer historischen Vedute zu erkennen: einer Stadtansicht in hügeliger Landschaft. Sie steht Kopf und ist nicht eindeutig identifizierbar, denn nur die Turmspitzen der Gebäude sind zu erkennen, betont aber die Senkrechte der Gesamtkomposition. Diese lässt sich entfernt als Figur im Profil deuten, die einen Stab oder grossen Schlüssel in Händen hält. Eine Wanderer:in oder gar eine Würdenträger:in? Ähnlich verhält es sich mit den übrigen Papierformen, die in satten Farben zwar Teile von Motiven klar wiedergeben, aber keinen eindeutigen Inhalt vermitteln. Im Kontext von Gerbers gegenstandslosem Spätwerk weisen Collagen wie diese gleichwohl Ansätze von Orten und Figuren auf. Ferner widerspiegeln die farbigen Kompositionen die innere Welt und die Stimmung des Künstlers.
Marc Munter
Leichte Sprache
Nichts ist eindeutig.
Vielleicht ist es ein Wanderer
von der Seite und mit Wander-stock.
Oder ein Würden-träger
mit grossem Hut.
Oder ein Traktor-Fahrer.
Oder…
Bilder aus Zeitschriften ergeben neue Bilder.
Die einzelnen Papier-teile zeigen auch Geschichten.
In der Mitte steht eine Landschaft hoch-kant.
Wir sehen Turm-spitzen.
Die ausgeschnittenen Formen strecken sich in die Länge.
Senkrecht.
So wird das Hoch-format betont.
Sara Smidt