Hans Gerber
Collage 76/M 314, 28.7.1976
Ein seltenes Beispiel im Schaffen von Hans Gerber stellt die «Collage 76/M 314» dar: als Mischtechnik eines Aquarells mit aufgeklebten Papierstücken aus Illustrierten. In den mit roter und violetter Farbe längs aufgetragenen Abschnitten mögen wir etwas Landschaftliches, vielleicht eine Unterwasserlandschaft erkennen. Die halbtransparente, wässrige Konsistenz der Aquarellfarbe unterstreicht diesen Eindruck. Auch die organisch rundlichen Papierformen erinnern an Gesteine und Gewächse, die hier auf Grund liegen könnten. Dennoch ist die Arbeit weit entfernt von einem Abbild der Natur. Die bunte Farbigkeit und das Arrangement mit der Collage wirken eher surreal. So wie die Zeitschriften vorgeben, die Realität abzubilden, mag auch die Collage mit Ausschnitten daraus eine «mögliche» Landschaft wiedergeben. Allerdings eine künstlerisch verfremdete und farblich übersteigerte. In seinem Spätwerk schafft Hans Gerber mit Kompositionen wie dieser vielfach kunstvolle und präzise gestaltete Fantasiewelten. In der Kombination aus Aquarell und Collage kommt dies besonders deutlich zum Ausdruck.
Marc Munter
Leichte Sprache
Wässrige Farben bilden eine Landschaft.
Es ist rote und violette Aquarell-Farbe.
Hans Gerber klebt Formen aus Zeitschriften darauf.
Wie Steine.
Unsere Fantasie fragt:
Sind wir unter Wasser?
Ein paar Algen schweben.
Pflanzen wachsen auf den Steinen.
Könnte sein
oder auch nicht.
Gerber zeigt nicht die Natur.
Mit seinen Collagen aus verschiedenen Bildern
entstehen Fantasie-Welten
Sara Smidt