Hans Gerber
Collage 75/M 172, 9.3./10.3.1975
Mit einem raffinierten Eingriff verfremdet Hans Gerber gegen Ende seines Schaffens gewisse Papierarbeiten wie die «Collage 75 / M 172»: durch das Abschleifen der Oberfläche. Damit schliesst sich der Kreis zu seiner ursprünglichen Arbeit als Bildhauer. Beim Schleifen trägt er, wie bei einer Skulptur, Material beziehungsweise Papier ab. Diese Arbeit ist etwas weniger verdichtet als andere geschliffene Collagen von Gerber, und es dominieren dabei die Gelb-, Rosa-, Braun- und Schwarztöne. In der markanten Aussenform könnte der Grundriss eines Hauses oder einer Befestigungsanlage mit Ecktürmen gesehen werden. Auffallend sind auch die Akzente in Blau, die wegen des Abschleifens gegen aussen hin wie ein Aquarell verschwimmen oder die Reste des Rasterdruckes bei einigen schwarzen und blauen Randpartien. So wirken die Papierformen erstaunlich plastisch, und die abstrakte Komposition erweckt den Anschein eines imaginären Raums.
Marc Munter
Leichte Sprache
In den 1970er Jahren
findet Gerber zu einer neuen Technik.
Zuerst macht er eine normale Collage.
Papier ausschneiden und aufkleben.
Dann ist er noch nicht fertig.
Er nimmt Schleif-Papier
und bearbeitet die Ränder.
So verschwimmen sie.
Wie gemalt.
Es gibt mehrere Schichten.
Es gibt hinten und vorne wie in einem Raum.
So denken wir an Architektur.
Ein Grund-riss
Oder Türme.
Aber es bleiben einfach Formen.
Sie werden betont durch Farben an ihren Rändern:
Blau, Gelb, Braun und rosa Schattierungen.
Sara Smidt