Hans Gerber
Collage 74/M 89, 1.3.1974
Frei schwebt eine langgezogene, zweiteilige Form wie eine Figur oder ein Vogel mit geneigtem Haupt, in Orange- und Kupferfarben auf einem rosa gefärbten Grund. An den Bildrändern rechts und links wird sie flankiert von zwei tiefschwarzen Balken. Gelb und ebenfalls orange schimmernd fügt sich ein Oval unten links in die Komposition. Die schlichte Collage aus dem Spätwerk von Hans Gerber, mit monochrom eingefärbten Papieren als Träger und aufgeklebten, gleichsam aufleuchtenden Ausschnitten von Zeitschriften, verleiht dem Arrangement einen besonderen Reiz: Ausschnitte aus glattem Illustriertenpapier mit dem typischen Druckraster treffen auf plan eingefärbtes, raues Aquarellpapier, worauf noch die Prägebuchstaben der Herstellerfirma zu erkennen sind. Die Komposition spricht für den bewussten Umgang Gerbers mit unterschiedlichen Papiersorten. So hebt sich die elegant geschwungene Doppelfigur auch räumlich vom Untergrund ab. Licht und Schatten, ebenfalls vom Künstler herbeigeführt durch die Wahl und Komposition der Ausschnitte, machen die Form zur eigentlichen Gestalt. Als solche erinnert sie ebenso an Figurenplastiken aus dem Spätwerk des Künstlers.
Marc Munter
Leichte Sprache
Diese Collage besteht aus unterschiedlichen Papieren.
Für den Hinter-grund färbt der Künstler Aquarell-Papier.
Rosa und Schwarz.
Es ist rau.
Darauf klebt er glattes Papier.
Er schneidet Formen aus.
Er nimmt sie aus Zeitschriften.
Man sieht das Raster vom Druck.
So entsteht eine Figur.
Gerber spielt mit Licht und Schatten.
Die hintere Form ist dunkler.
So wirkt es räumlich.
Diese Collage zeigt nur wenige Farben und Formen.
Sie ist aus dem Spät-werk von Hans Gerber.
Sara Smidt