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Hans Gerber
Collage 67/611 (Carceri 1, Serie C), 28.2.1967

Eine fantasievoll skurrile Raum-Komposition gelingt Hans Gerber mit der «Collage 67/611». Sie gehört zur Serie der Carceri, Collagen in Schwarzweiss, die der Künstler während einer kurzen Zeit ab Ende 1966 schafft. Unter anderem versteht Gerber die Serie als «Kerker» für seine «Langeweile»: als Orte der Verwahrung des allzu Gewohnten, vor allem der Gewohnheit an sich selbst. So treten hier unscharfe hinter scharfe, feinteilige hinter grössere Ausschnitte von Zeitschriftenbildern, wodurch ein Raum angedeutet wird. Dieser ist jedoch verworren und verspricht wenig Halt: Zuvorderst wölbt sich bauchig der Teil einer Skulptur, einer Schnitzerei vielleicht, darunter schiebt sich eine mehrteilige, wacklige Fläche und rechts ballt sich bedrohlich eine angeschnittene Hand zur Faust, die schräg auf eine gebogene Form gesetzt ist. Durch unscharfes, eher vages Terrain dringen wir in den Bildraum vor oder stürzen da hinein, zumal er mehrdeutig und stark verdichtet ist. Im Spiel von Motiv und Komposition, vom Kerker und dem uneindeutigen Raum, mögen auch der innerliche Zwist, die Unruhe des Künstlers und seine kritische Auseinandersetzung damit zum Ausdruck kommen.

Marc Munter

Leichte Sprache

Leichte Sprache

Formen und Schatten ergeben einen Raum.
Boden und Wände sind unklar.
Es gibt keinen Halt.
Nur ein Geländer im Hinter-grund grenzt ein.
Vorne steht eine runde Skulptur.
Einzelne Teile.
Eine geballte Faust rechts gibt wenig Vertrauen.
Und alles in Schwarz-Weiss.
Die Collage gehört zur Serie der Carceri.
Das heisst Kerker.
Das Bild strahlt Unruhe aus.

Sara Smidt

Titel
Collage 67/611 (Carceri 1, Serie C)
Künstler*in
Hans Gerber (1910–1978)
Datierung
28.2.1967
Technik
Collage auf Papier
Dimensionen
Blattmass: 36.7 x 23 cm
Creditline
Kunstmuseum Thun, Depositum Förderverein Kunstmuseum Thun, Nachlass Hans Gerber
Inventarnummer
821
Bereich
Schlagwörter