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Hans Gerber
Collage 57/86 (Der magische Würfel), 3.1.1957

Die frühe «Collage 57/86» von Hans Gerber, wirkt zwar ruhig und ausgewogen, ist aber dennoch radikal: Kommt der Künstler doch von der Bildhauerei her und schafft vor allem figürliche Plastiken. Seine Collagen sind aber auch «gebaute» Bilder. Beim Anordnen der Zeitschriftenausschnitte entstehen Bildräume, meist über eine längere Zeit von Gerber erarbeitet, auch wenn sie eher kleinformatig ausfallen. Umso präziser sind die Auswahl und die Komposition der Papierschnipsel. Gerber bewahrt sie allesamt in einer grossen, alten Holztruhe auf, damit er den bestmöglichen Überblick und den Fundus an einem Ort hat.
Erst bei näherem Hinsehen bemerken wir das schwarze Rechteck oben als Ganzes, zumal es durch das Papier mit der Holzmaserung nur schwach hindurchschimmert. Die feine Verdunkelung hebt die Szenerie in der Bildmitte gleichsam hervor. Mehrere eckige Ausschnitte in gedämpften Farbtönen erscheinen neben- und hintereinandergestellt auf einer schwarzen Fläche, wie ein abstrahiertes Architekturmodell oder Stillleben. Als solches ähnelt es gar den reduzierten, feinfarbigen Stillleben des italienischen Malers Giorgio Morandi. Wie bei ihm ist auch hier die menschliche Figur nicht präsent, kommt aber in unseren Assoziationen trotzdem vor.

Marc Munter

Leichte Sprache

Leichte Sprache

Auf diesem Bild baut der Künstler etwas mit Formen.
Kein Haus.
Aber die schwarze Fläche wirkt wie ein Boden.
Darauf stehen drei Formen wie Wände.
Als ob man dazwischen schlüpfen könnte.
Auf dem weissen Quader könnten wir dann sitzen.
Was wäre die schwarze Form im Hinter-grund?
Ein weiterer Raum?

Sara Smidt

Titel
Collage 57/86 (Der magische Würfel)
Künstler*in
Hans Gerber (1910–1978)
Datierung
3.1.1957
Technik
Collage auf Papier
Dimensionen
PP-Fenstermass: 24.5 x 21 cm
Creditline
Kunstmuseum Thun, Nachlass Hans Gerber
Inventarnummer
954
Bereich
Schlagwörter