Stille Wasser - 7 Räume,
7 Künstler um Franz Gertsch
Kunstmuseum Thun
Das Kunstmuseum Thun besitzt seit kurzem den Holzschnitt NATASCHA IV von Franz Gertsch. Der Ankauf dieser Arbeit ist eine bedeutende und sinnvolle Ergänzung der Sammlung, ist doch Franz Gertsch seit elf Jahren mit einem eigenen Raum im Museum vertreten. Um nun den Neuerwerb der Öffentlichkeit in gebührendem Rahmen vorzustellen, scheint uns eine Ausstellung die geeignete Form zu sein. Durch Begegnungen mit Franz Gertsch im Kunst Museum Thun und seinem Atelier in Rüschegg wur- de relativ früh klar, dass zurzeit keine Einzelausstellung ins Auge gefasst werden sollte: zu viele internationale Auftritte, das im Aufbau befindliche Museum in Burgdorf usw. Doch es ergab sich eine ganz andere Idee: die Idee, die Arbeit von Franz Gertsch in den Zusammenhang mit den Werken ei- niger anderer Künstlerinnen und Künstler unserer Zeit zu stellen, die ihm in seiner Schaffensweise nahe stehen, die in seinem Tempo, seiner Besessenheit und seiner Intensität an eine Arbeit herangehen, welche zu einer Art Meditation wird. Ausserhalb aller Ansprüche an wissenschaftliche Rechtfertigung, geschichtliche Folgerichtigkeit und repräsentativer Verbindlichkeit schafft das Kunst Museum einen Mentalitätsraum. Erstmals werden im Kunst Museum mit grösseren baulichen Massnahmen die Räumlichkeiten einer Thematik angepasst. Die Ausstellung „Stille Wasser“ beansprucht, einen Kontext für die Arbeit von Franz Gertsch zu schaffen, der zugleich einleuchtend ist und potentiell eine Möglichkeitsform. Neben dem Holzschnitt von Franz Gertsch (Schwarzwasser Triptychon, Pyrit/Vivianit 1991-1993 3 Blätter zusammen 276 x 597cm Antrazit-) werden bedeutende Arbeiten folgender Künstlerinnen und Künstler ausgestellt:
Brice Marden, 1938 in Bronxville, New York geboren, lebt New York City und Hydra, Griechenland.
Hanne Darboven, 1941 in München geboren. Sie war u.a. Teilnehmerin der documentas 5, 6, 7 und der Biennale Venedig 1982. An der Finissage vom 28. August, um 20 Uhr, wird „opus 26“ von Hanne Darboven aufgefuhrt.
Wolfgang Laib 1950 in Metzingen geboren, studierte Medizin. Seit- dem arbeitet er ausschliesslich künstlerisch. In den Jahren 1982 und 1987 war er Teilnehmer der documenta in Kassel.
Alex Katz 1927 in Brooklyn, New York geboren. Eine Retrospektive zeigt momentan das Museum für moderne Kunst, Frankfurt (bis Januar 2000)
Nam June Paik geboren in Korea, lebt seit 1964 in New York und gilt als Grossvater der Videokunst.
Eugène Leroy geboren 1910 in Tourcoing, Frankreich, lebt und arbeitet in Wasquehal, Nordfrankreich, war Teilnehmer 1979 + 1981 an der Biennalen de Gravelines und 1992 an der documenta IV. Kassel