Nach-Schlag '98
Der diesjährige Nach-Schlag zeichnet sich durch eine besonders rigorose Selektion der Jury aus. Sie entschied sich am 17. November 1998 für 26 Positionen zeitgenössischer Kunst und reduzierte damit die übliche Anzahl Werke auf rund die Hälfte. Das Kunstmuseum Thun fungiert jedoch nach wie vor als Plattform sowohl für Künstlerinnen und Künstler, die bereits überregional Anerkennung erlangt haben, als auch für jene, die sich ausschliesslich am lokal (Kunst-) Geschehen orientieren. Das Kunstmuseum in Thun mutiert dieses Jahr allerdings nicht zur barocken Wunderkammer (wobei diese Kammern ja durchaus ihren Reiz und Wert haben!), sondern zu einem markanten Ort für zeitgenössische Kunst, die von Künstlerinnen und Künstlern mit einem besonderen Bezug zu Thun geschaffen wurde. Die Jury nahm sich explizit die Freiheit, grossformatigen und mehrteiligen Arbeiten den notwendigen Platz zu bieten sowie bestimmte Teilnehmer und Teilnehmerinnen um eine Ergänzung ihrer Beiträge anzugehen. Das Augenmerk der Jury fiel dabei insbesondere auf Künstlerinnen und Künstler, die in ihrem Werk kontinuierlich im technischen, konventionell ästhetischen, sozialen und selbst juristischen Bereich Grenzen ausloten und verschieben, oder auf solche, die ihre persönlich gesteckten Limiten thematisieren. Insgesamt überrascht die Vielfältigkeit der prominenten und das Potential der jüngeren «Szene Oberland». Dies ist einerseits sehr erfreulich. Andererseits gilt es, die damit verbundene Verantwortung zur Kulturförderung ihr gegenüber wahrzunehmen. Der Nach-Schlag ist ein Instrument zur Förderung, da er in Thun für Künstlerinnen und Künstlerinnen nahezu die einzige Ausstellungsmöglichkeit darstellt. Die Kunstkommission wird sich im kommenden Jahr weiterhin dafür einsetzen, dass die Kunstschaffenden ihren Bezug zu Thun auch im Sinne der Förderung und Unterstützung von seiten der Stadt Thun bestätigt sehen. Gegenseitigkeit ist schliesslich ein Prinzip der Fairness.
Zusammensetzung der Jury
– Uwe Wittwer, Künstler, Zürich (Jurypräsident)
– Lilly Keller, Künstlerin, Montet
– Claire Schnyder Lüdi, Mitglied der Kommission für bildende Kunst
– Burkhard Hilty, beratender Künstler der Kommission für bildende Kunst
– Wilfried von Gunten, beratender Künstler der Kommission für bildende Kunst
– Requla Hadorn, beratende Künstlerin der Kommission für bildende Kunst
– Administration: Tanja Hählen, Sekretärin des Kunstmuseums