Gesellschaftsbilder
In der Ausstellung Gesellschaftsbilder zeigen rund ein Dutzend Künstler/innen ihre Bilder und Entwürfe zur zeitgenössischen Gesellschaft. Struktur, Organisation oder System des menschlichen Zusammenlebens und -wirkens werden in den Werken gespiegelt, kommentiert oder reflektiert. Die Beobachtung des gesellschaftlichen Lebens kann aber auch Ausgangspunkt für eine freiere Auseinandersetzung sein, die ins Symbolische oder gar Utopische führt.
Gesellschaftsbilder ist nur bedingt thematisch angelegt und zielt nicht auf das Abhandeln einer klar abgesteckten Fragestellung. Die Ausstellung gibt die Richtung der Aufmerksamkeit vor und weniger einen inhaltlichen Rahmen. Die konkreten Themen, mit denen sich die Künstler/innen innerhalb des grossen Gebildes der zeitgenössischen Gesellschaft beschäftigen, sind vielfältig. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit werden einige der wichtigen Themen der aktuellen sozialen, politischen und kulturellen Fragestellungen berührt. Die Simulations- und Mediengesellschaft, die Migration oder Auswirkungen von bewaffneten Konflikten, die Wechselbeziehung zwischen dem Privaten und dem Öffentlichen, die Risikogesellschaft oder Fragen des Zwischenmenschlichen und des Intimen werden angesprochen und können dabei wechselwirkend Thema sein.
In der Ausstellung sind Künstler/innen aus verschiedenen Generationen mit unterschiedlichem kulturellen und gesellschaftlichen Hintergrund vertreten. Oft ist das Persönliche und Biographische Ausgangspunkt der künstlerischen Arbeit. Zudem sind die gesellschaftlichen Realitäten und noch mehr die Erfahrungen des Einzelnen heute pluralistischer als je zuvor. Die aufgeworfenen Fragen weisen immer über die engere persönliche Lebensrealität der Autoren hinaus. In Zeiten, in denen Kunst und Künstler/innen oft als selbstbezogen, und das eigene Umfeld und die eigene Szene spiegelnd erlebt werden, in der kunst- und kunstsystemimmanente Fragestellungen grosse Aktualität haben, sollen hier Arbeiten gezeigt werden, die eine Auseinandersetzung mit der alltäglichen realen Lebenswelt wagen.
Teilnehmende Künstler/innen:
Pierre Bismuth (*1963 Paris)
Davide Cantoni (*1965 Mailand)
Hans-Peter Feldmann (*1941 Düsseldorf)
Mona Hatoum (*1952 Beirut)
Thomas Hirschhorn (*1957 Bern)
William Kentridge (*1955 Johannesburg)
Guillermo Kuitca (*1961 Buenos Aires)
Ulrike Kuschel (*1972 Berlin)
Graham Little (*1972 Dundee)
Juan Muñoz (*1953 Madrid †2001 Ibiza)
Olaf Nicolai (*1962 Halle/Saale)
João Onofre (*1976 Lissabon)
Anri Sala (*1974 Tirana)
Rosemarie Trockel (*1952 Schwerte)
Carey Young (*1970 Lusaka)